Lust auf ein kleines Experiment? Deine Aufgabe besteht darin ein volles Wasserglas am nach vorn ausgestreckten Arm hoch zu halten. Wie w├╝rdest du es machen, um das Glas die l├Ąngste Zeit hoch zu halten? Nimm dir einen kurzen Moment zum Nachdenken…

Wie sieht dein Plan zum kleinen Experiment aus? Kommt in deinem Plan ein Abstellen des Glases und das Aussch├╝tteln, das Ausruhen, das Entspannen deines Armes vor? Nur wenn du dich zwischendurch ausruhst und deinem Arm eine Erholungspause g├Ânnst, ist die ├ťbung ├╝ber einen langen Zeitraum machbar. Ohne Pause f├Ąngt dein Arm irgendwann an zu zittern, dein Gesicht verkrampft sich vor lauter Anspannung, der Schwei├č bricht aus, deine Atmung wird unregelm├Ą├čig – dein Gehirn schaltet in den ├ťberlebensmodus – du hast Stress.

Die Ansicht von gutem und schlechten Stress ist seit einiger Zeit ├╝berholt. Stress war f├╝r deine Vorfahren ein ├ťberlebensgarant. In drei Gruppen kann dabei eingeteilt werden: in die die k├Ąmpfen, in die die fliehen und in die die einfrieren und sich durch Erstarren vor dem Raubtier unsichtbar machen wollen. Stress f├╝hrt immer zur Aussch├╝ttung von Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol und bewirkt belastende Reaktionen im K├Ârper. In diesem Zustand sind wir wenig kreativ, wenig produktiv und verhindern Selbstheilungskr├Ąfte. Dieser Stress war, wenn dein Vorfahre die Begegnung mit dem Raubtier ├╝berlebt hat, eine Sache von Minuten. Danach konnte er sich wieder entspannen und damit sein Stresslevel wieder auf Normal zur├╝ckbringen.

Die Last des Stresses entsteht vor allem dadurch, dass wir einer Anspannung zu lange ohne Erholungsphase ausgesetzt sind.

Die Bew├Ąltigung von stressigen Situationen kann uns langfristig st├Ąrker machen, so wie ein hartes Muskeltraining in der Kraftkammer den Muskel wachsen l├Ąsst. Durch den Widerstand im Training wird eine Anpassungsreaktion erwirkt, die aber erst in der Erholungsphase den Muskel wachsen l├Ąsst. Auf genau diese Erholungsphase sollten wir auch beim Umgang mit unserem Gehirn wieder viel mehr Wert legen. Sie kommt immer mehr abhanden. Mediale Reiz├╝berflutung mit Schreckensnachrichten, Erreichbarkeit rund um die Uhr mit Handy, Tablet und Computer, zu enges Zeitmanagement im Kalender – wir sollten das Glas Wasser ├Âfter mal richtig abstellen und nicht nur mal kurz abst├╝tzen.

Entspannung ist trainierbar. Je ├Âfter du Entspannung in deinen Alltag einbaust und bewusst trainierst, desto leichter l├Ąsst sich nach einiger ├ťbungszeit der Zustand der Entspannung erreichen. Zahlreiche Kurzentspannungs├╝bungen, z.B. Powernap, die Bauchatmung, die Zeitlupe f├╝r Zwischendurch lassen dein Stresslevel rasch in kurzen Pausen sinken. Das ist auch f├╝r Sportler in kurzen Spielpausen wichtig. Haben sie die ├ťbungen lange genug ge├╝bt, reicht teilweise der Gedanke an die ├ťbung schon f├╝r eine Entspannungsreaktion aus.

Die Meditation, die K├Ârperreise und die progressive Muskelentspannung sind ├ťbungen die du zu Hause in einer ruhigen halben Stunde durchf├╝hren kannst. Sie geben dir Ruhe zur├╝ck, senken den Adrenalinspiegel, bringen deine kreisenden Gedanken auf ein ruhiges Niveau zur├╝ck und lassen dich ausgeglichener werden.

Erh├Âhe dein Stresslevel durch regelm├Ą├čige Entspannungs├╝bungen. Das Stressniveau ist f├╝r jeden Menschen individuell. Wo es den einen schon vor Stress innerlich zerrei├čt, ist der andere noch v├Âllig relaxt ist. Setz ├Âfter (d.h. mehrmals t├Ąglich) mal das Glas Wasser ab und gib deinem K├Ârper die Chance in Entspannungsphasen widerstandsf├Ąhiger zu werden.

Diese Zeit nur f├╝r dich sollte dir deine Gesundheit wert sein.

Ich gebe dir gern auf dich abgestimmte ├ťbungen und Tipps f├╝r ein erholsames Entspannungstraining und einen stressfreieren Alltag weiter.

Frank Wille – einf­čŽüchMENTAL

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